Mehr als Glitzer und Hits Dolly Parton nur auf ihre eingängigen „Evergreen“-Lieder oder gar ihr von manchen so empfundenes extravagantes Erscheinungsbild zu reduzieren, das sie selbst humoristisch mit „Es kostet ein Vermögen, so billig auszusehen“ kommentierte, wird ihr als Mensch nicht gerecht. Dolly Parton gilt als Ikone, als Ikone der LGBTQ+-Community, als Ikone für sozialen Einsatz. Dolly Rebecca Parton wuchs in bitterer Armut in den Appalachen auf. Sie hat nie vergessen, was es bedeutet, in Armut zu leben und hart zu arbeiten. Auch deswegen war Parton 58 Jahre Gewerkschaftsmitglied. Parton gründete 1995 die Imagination Library.
Ihr Vater war Analphabet und sie wollte sich gegen Bildungsarmut einsetzen. Jedes Kind im Vorschulalter in den teilnehmenden Gemeinden erhält jeden Monat kostenlos ein Buch per Post. Eine halbe Milliarde Bücher wurden so bisher verschickt. Auch in ihrem Freizeitpark Dollywood in Tennessee bricht sie mit den katastrophalen Standards der Tourismusbranche. Im Niedriglohn- und Freizeitsektor, wo Beschäftigte meist als austauschbare Saisonware gelten, übernimmt ihr Unternehmen ab dem ersten Arbeitstag zu 100 Prozent die Studien- und Weiterbildungskosten für die Belegschaft, inklusive Büchern und Prüfungsgebühren – und auch für Saisonkräfte. Hinzu kommen Geldunterstützung bei der Kinderbetreuung, bei Adoption, Krankenversicherung, warmes Gratisessen, bezahlter Urlaub, Krankheitstage, Lebensversicherung.
Tennessee hat keinen eigenen Mindestlohn, der bundesweite Mindestlohn liegt bei 7 Dollar. Dollywood zahlt 14 Dollar als Einstieg. Nur, dass wir uns richtig verstehen: Das sollte keine Gnade einer Philanthropin sein, sondern das muss die Gesellschaft leisten, damit niemand zurückbleibt. Trotzdem zeichnet sich Dolly Parton nicht nur durch Schlager und Aussehen aus, sondern dadurch, dass sie nie vergessen hat, wo sie herkam. „Wer den Regenbogen will, muss den Regen in Kauf nehmen!“ – Dolly Parton

